Bandscheibenerkrankung der Wirbelsäule – Symptome, Ursachen und wie man sie effektiv behandelt

Bandscheibenerkrankung der Wirbelsäule: Symptome, Ursachen und wie man sie effektiv behandelt

Bandscheibenerkrankung – ein Begriff, der in meiner Praxis fast täglich fällt. Patienten kommen oft mit Angst vor der Diagnose zu mir, da sie diese mit einer drohenden Behinderung verbinden. Als Physiotherapeut mit langjähriger Erfahrung möchte ich euch beruhigen: Eine Bandscheibenerkrankung der Wirbelsäule ist ein Zustand, den man effektiv behandeln kann und muss – und in den meisten Fällen gelingt das ohne chirurgischen Eingriff.

Dieser Artikel ist ein fachlich fundierter Überblick, der erklärt, was eine degenerative Wirbelsäulenerkrankung ist, wie man ihre einzelnen Stadien behandelt und welche Symptome aufmerksam machen sollten. Sie betrifft Patienten unabhängig vom Alter, obwohl das Risiko mit den Jahren steigt.

Bandscheibenerkrankung – Ursachen und Schäden der Bandscheibe

Um das Problem zu verstehen, müssen wir einen Blick auf die Wirbelsäule werfen. Zwischen den Wirbeln befinden sich elastische, stoßdämpfende Strukturen – die Bandscheiben. Sie verbinden benachbarte Wirbel und ermöglichen Beweglichkeit. Jede Bandscheibe besteht aus zwei Elementen: dem festen äußeren Faserring und dem gelartigen Gallertkern im Inneren.

Die Bandscheibenerkrankung ist ein degenerativer Prozess. Dabei kommt es zu einer Schädigung der Bandscheibe. Mit zunehmendem Alter verlieren die Bandscheiben ihre Flüssigkeit und Elastizität. Wenn der Faserring reißt, tritt der Gallertkern nach außen oder verlagert sich, wodurch Druck auf Nervenstrukturen entsteht.

Hauptursachen

Eine der wichtigsten Ursachen ist der heutige Lebensstil:

  • Sitzende Lebensweise – Bewegungsmangel schwächt das muskuläre Korsett.

     

  • Überlastungen – z. B. durch falsches Heben schwerer Gegenstände.

     

  • Mangel an körperlicher Aktivität – führt zu Steifheit und schlechter Nährstoffversorgung der Bandscheiben.

     

Genetische Faktoren – Neigung zu schnellerer Degeneration der Bandscheiben.

Im Krankheitsprozess spielt die Bandscheibenhernie eine zentrale Rolle. Zu Beginn kann es sich um eine Vorwölbung handeln, und in der schwersten Form um eine Sequestration (wenn ein Teil des Gallertkerns sich ablöst und in den Wirbelkanal gelangt). Jeder dieser Zustände beeinflusst, wie wir den Patienten behandeln, um die Beweglichkeit des Segments zu erhalten.

Bandscheibenerkrankung der Wirbelsäule: Symptome je nach Lokalisation

Die Bandscheibenerkrankung ist ein vielgestaltiges Krankheitsbild. Die Symptome treten in unterschiedlicher Intensität auf und hängen davon ab, wo der Druck entsteht. Am häufigsten kommt sie im Hals- und Lendenbereich vor, aber auch thorakale Bandscheibenschäden sind möglich. Die Lokalisation bestimmt die typischen Beschwerden.

Lendenwirbelsäule

Dies ist die häufigste Form. Typisch sind starke Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich. Häufig strahlt der Schmerz in das Gesäß, das Bein oder sogar den Fuß aus. Bei Ischialgie empfindet der Patient brennende Schmerzen entlang des Beins. Es können Sensibilitätsstörungen und Muskelschwäche der unteren Extremitäten auftreten.

Halswirbelsäule

Wenn die Erkrankung den Halsbereich betrifft, klagt der Patient über Nackenschmerzen, die in die Schulter oder den Arm ausstrahlen (Zervikobrachialgie). Der Druck auf die Nervenwurzeln ist besonders belastend bei sitzender Tätigkeit.

Brustwirbelsäule

Obwohl seltener, ist die thorakale Bandscheibenerkrankung oft schwer zu diagnostizieren. Der Schmerz kann den Brustkorb umfassen oder kardiale Beschwerden imitieren. Schmerzen können einseitig oder beidseitig im Brustwirbelsäulenbereich auftreten.

Alarmierende Symptome (Red Flags)

In manchen Fällen erfordert die Bandscheibenerkrankung eine sofortige Intervention. Wenn Harn- oder Stuhlinkontinenz, plötzlich auftretende Lähmungen oder Taubheitsgefühl im Genital- und Dammgebiet auftreten, ist eine Operation notwendig, um das Rückenmark zu entlasten.

Diagnostik der Bandscheibenerkrankung

Die Diagnose basiert auf einer ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung. Wir beurteilen den klinischen Zustand des Patienten. Der „Goldstandard“ ist jedoch die Magnetresonanztomografie (MRT). Dieses bildgebende Verfahren zeigt präzise den Zustand der Bandscheibe und den Grad der Kompression der Nervenwurzeln.

Behandlung der Bandscheibenerkrankung: Physiotherapie oder Eingriff?

Das moderne medizinische Verständnis der Bandscheibenbehandlung hat sich grundlegend verändert. Heute wissen wir, dass die konservative Therapie, insbesondere Physiotherapie, hervorragende Ergebnisse liefert.

Methoden der konservativen Behandlung

Das Ziel besteht darin, Entzündungen zu reduzieren und den Druck zu verringern:

  • Physiotherapie und manuelle Therapie: Der Therapeut arbeitet daran, die Beweglichkeit des Wirbelsäulensegments wiederherzustellen.

  • Übungen: Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur zur Entlastung der Wirbelsäule.

  • Medikamente: Schmerz- und entzündungshemmende Mittel lindern akute Symptome.

Die Physiotherapie sollte gezielt erfolgen. Je nachdem, in welche Richtung sich der Gallertkern bewegt, wählen wir passende Übungen (z. B. McKenzie-Methode).

Wann ist ein Eingriff notwendig?

Eine chirurgische Behandlung kommt infrage, wenn die konservative Therapie nach etwa sechs Monaten keine Besserung bringt oder wenn neurologische Symptome fortschreiten. Moderne Operationen der Bandscheibenerkrankung sind minimalinvasiv, aber dennoch mit Risiken und Narbenbildung verbunden.

Prävention und Leben mit Bandscheibenerkrankung

Eine Bandscheibenerkrankung ist ein Zustand, mit dem man leben kann. Die Bandscheibe wird durch Diffusion während der Bewegung ernährt – daher ist körperliche Aktivität entscheidend.

Um Rückfälle und das Fortschreiten degenerativer Veränderungen zu vermeiden, sollte man:

  • langes Sitzen vermeiden.

  • auf ein gesundes Körpergewicht achten (Übergewicht belastet den Lendenbereich).

  • verkürzte Muskelgruppen dehnen (z. B. ischiokrurale Muskulatur).

  • das muskuläre Korsett stärken.

Eine Bandscheibenerkrankung bedeutet nicht das Ende der Aktivität. Der Schlüssel liegt in einer intelligenten Rehabilitation und dem Verständnis, dass die Wirbelsäule Bewegung braucht.

 

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